30. April 1898
Elf junge Maenner, davon fuenf ehemalige Mitglieder des Neuen Dresdner FC, die
im Maerz 1898, da sie neben Fussball auch andere Sportarten treiben wollten,
ausgetreten waren, gruenden in der Gaststaette des Hotels "Stadt
Coblenz" in der Pfarrgasse 3 den Dresdner Sport-Club. Erster
Vereinsvorsitzender wird Karl Baier. Nach der Eintragung in das Vereinsregister
traegt der DSC das Kuerzel r. V. (rechtsgueltiger Verein). Mit dem Inkrafttreten
des BGB (Buergerliches Gesetzbuch) am 1. Januar 1900 wird schliesslich aus dem
r. V. ein e. V. (eingetragener Verein). Von Anfang an wird auch Leichtathletik
(inklusive Radsport) im Verein betrieben. In den Jahren vor und nach dem Ersten
Weltkrieg kommen Boxen, Faustball, Handball, Skisport und Tischtennis hinzu. Die
Abteilung Hockey wird 1915 von Dresdner Gymnasiasten gegruendet. In den spaeten
20er Jahren wird von Eugen Fritzsche die Abteilung Schwimmen gegruendet.
6. Mai 1898
Man einigt sich auf einer Sitzung auf die Vereinsfarben Schwarz-Rot und die
DSC-Fahne als Vereinsemblem. Es waren 13 Personen anwesend.
13. Mai 1898
Der DSC gewinnt seine erste Partie ueberhaupt, ein Herausforderungsspiel beim
Neuen Dresdner FC, mit 4:1.
16. Mai 1898
An der Canalettostrasse findet das erste Trainingsspiel statt. Vier Tage spaeter
trainiert man erstmals auf einer sogenannten Schmelzwiese im Ostragehege.
4. Dezember 1898
Der DSC wird nach Prag eingeladen und spielt in seinem ersten grossen Spiel auf
der Kaiserwiese 0:0 gegen den beruehmten DRuFC Prag.
März 1899
Gruendung einer zweiten Fussballmannschaft.
Mitte 1899
Gruendung einer Junioren-Fussballmannschaft, die aber mangels gleichartiger
Gegner vorerst gegen Maennerteams antreten muss. In den folgenden Jahrzehnten
wird die Fussballschule des Ostrageheges beruehmt, sie bringt viele
Nationalspieler hervor. Zudem gewinnen die Juniorenteams mehrere nationale
Titel.
23. August 1899
Die saechsische Landesregierung untersagt dem DSC den Spielbetrieb im
Ostragehege. Neuer Spielort wird ein Sportplatz in Dresden-Strehlen.
1902
Erneuter Domizilwechsel beim DSC: Der Spielbetrieb findet ab sofort auf einem
Sportplatz an der Lennestrasse statt. Inzwischen existieren vier Fussballmannschaften,
drei Maennerteams und ein Juniorenteam.
17. Maerz 1902
Als erster Dresdner Meister nimmt der DSC am Finale der ersten Mitteldeutschen
Meisterschaft teil.
5. April 1903
Der DSC unterliegt in der Mitteldeutschen Meisterschaft dem spaeteren Deutschen
Meister VfB Leipzig mit 0:2, nachdem er sich zuvor die Meisterschaft der ersten
Saison der Gauliga Ostsachsen gesichert hatte.
13. April 1903
Beim FK Reichenberg (heute FC Slovan Liberec) erreicht der DSC ein 2:2. Eine
weitere Partie beim FK Gablonz (heute FK Jablonec) wird mit 10:0 gewonnen.
1904
Der DSC-Platz an der Nossener Bruecke wird in Betrieb genommen. Das Gelaende
verfuegt ueber zwei grosse Spielfelder und einen grosszuegigen Umkleideraum mit
Waschgelegenheit.
24. April 1905
Der DSC wird zum ersten Mal Mitteldeutscher Meister. Er gewinnt das Finale gegen
den Halleschen FC 1896 (heute VfL Halle 1896) mit 3:2 und wird Dritter der
Deutschen Meisterschaft, nachdem er im Halbfinale am spaeteren Deutschen Meister
Berliner TuFC Union 1892 (heute SV Blau-Weiss Berlin) gescheitert war.
1907
In Freundschaftsspielen schlaegt man den Deutschen Meister VfB Leipzig 5:1, den
DFC 1892 Prag 2:1 und den aeltesten noch bestehenden deutschen Fussballverein
Berliner FC Germania 1888 mit 9:1.
DSC-Leichtathlet Vincent Duncker gewinnt in Breslau ueber 100 Meter, 400 Meter
und 110 Meter Huerden die ersten Deutschen Meisterschaften fuer den Sport-Club.
In den folgenden knapp einhundert Jahren gewinnen Sportler des DSC mehrere
hundert nationale Meistertitel und Pokalsiege.
20. April 1908
Beim ersten offiziellen Fussball-Laenderspiel auf deutschem Boden (Deutschland -
England Amateure, 1:5 vor 7000 Zuschauern in Berlin-Mariendorf) steht mit Arno
Neumann der erste von insgesamt 17 A-Nationalspielern des DSC auf dem Platz.
Oktober 1911
Vor 6000 Zuschauern in St. Petersburg spielt der DSC 2:2 gegen die russische
Nationalmannschaft.
31. März 1912
Der neue DSC-Platz am Schuetzenhof in Trachau wird eroeffnet.
12. Oktober 1919
Das DSC-Stadion im Ostragehege wird eroeffnet.
1925
Das Ehrenmal fuer die im Ersten Weltkrieg gefallenen Sportler des DSC wird im
Ostragehege eingeweiht. Es wird 1956 von den kommunistischen Machthabern
stillschweigend entfernt.
18. Oktober 1928
Feuer im Ostragehege: Das Vereinshaus und die gesamte Holztribuene werden ein
Opfer der Flammen.
1929
Die DSC-Handballerinnen werden zum ersten Mal Mitteldeutscher Meister. Auch 1932
holen sie sich nochmals die Meisterschaft.
24. November 1929
Im Ostragehege wird das neue Vereinsheim und die neue Steintribuene eingeweiht.
1. Juni 1930
Im Viertelfinale der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft besiegt der DSC den
Deutschen Meister SpVgg Fuerth mit 5:4 nach Verlaengerung.
31. August 1930
Die neue Holztribuene wird eingeweiht.
18. November 1931
Der DSC besiegt den Deutschen Meister Berliner SC Hertha 1892 mit 4:3.
1932
Erstmals werden die Leichtathletik-Frauen des DSC Deutscher Meister ueber 4 x
100 Meter. 1936 gewinnt man den Titel nochmals.
August 1933
Im ersten DSC-Spiel des Nationaltorwarts Willibald Kress wird der Deutsche
Meister Duesseldorfer TSV Fortuna 1895 mit 4:1 besiegt.
Fruehjahr 1934
Der Sport-Club sichert sich die erste Meisterschaft in der neuen Gauliga
Sachsen.
1935
Die Leichtathletik-Frauen des DSC werden erstmals Deutscher Mannschaftsmeister.
Der Titel wird 1936 verteidigt.
August 1936
Mit Luise Krueger, Rudolf Harbig und Kaethe Krauss holen drei DSCer bei den
Olympischen Spielen in Berlin eine Medaille. In den folgenden knapp siebzig
Jahren gewinnen Athleten des DSC insgesamt 89 Medaillen bei den Olympischen
Spielen, dazu unzaehlige Weltmeistertitel, Weltcupsiege, Europameistertitel und
Europacupsiege. Zudem brechen DSC-Sportler mehrere Weltrekorde.
26. Maerz 1937
Der Deutsche Meister 1. FC Nuernberg wird mit 5:3 besiegt.
30. April 1938
Beim Festakt zum 40-jaehrigem Vereinsjubilaeum wird dem DSC das Stadion im
Ostragehege fuer 99 Jahre in Erbpacht uebertragen. Die NS-Plaene fuer ein
"Deutsches Stadion" mit ueber 100000 Plaetzen im Ostragehege werden
nach dem spaeteren Kriegsausbruch nicht mehr verwirklicht.
1. Dezember 1940
Im Berliner Olympiastadion wird der DSC mit einem 2:1 nach Verlaengerung gegen
den 1. FC Nuernberg Deutscher Pokalsieger.
2. November 1941
Mit einem 2:1 gegen den FC Schalke 04 verteidigt man im Berliner Olympiastadion
den Pokal und darf sich bis 1962 DFB-Rekord-Pokalsieger nennen.
27. Juni 1943
Endlich hat es geklappt: Mit einem 3:0 gegen Saarbruecken wird der DSC vor 80000
Zuschauern im Berliner Olympiastadion Deutscher Meister. Die 18 Gauligaspiele
vor der Endrunde enden mit einem Rekord: 36:0 Punkte und 136:14 Tore.
18. Juni 1944
Mit einem 4:0 ueber Hamburg wird der Deutsche Meistertitel im Berliner
Olympiastadion verteidigt. Obwohl der Endspielort aus Angst vor Bomben
geheimgehalten wurde, kamen 70000 Zuschauer.
1. August 1944
Aus dem Double wird nichts. Der Pokal wird kriegsbedingt abgebrochen. Der DSC
verteidigte kurz zuvor seinen Saechsischen Pokal.
31. Dezember 1944
Der DSC wird mit einem 6:0 gegen den TV 1846 Meissen Dresdner Bezirksmeister.
Danach bricht der Spielbetrieb kriegsbedingt endgueltig zusammen. So blieb nur
der Traum vom dritten Deutschen Meistertitel in Folge, der dem DSC allgemein
zugetraut wurde.
13. Februar 1945
Dresden versinkt in Schutt und Asche. Die erste Zielmarkierungsbombe der
englisch-amerikanischen Bomberverbaende wird auf das DSC-Stadion im Ostragehege
abgeworfen.
8. Mai 1945
Mit der bedingungslosen Kapitulation Nazi-Deutschlands gilt der DSC, wie zunaechst
alle deutschen Vereine, als verboten und muss sich spaetestens bis zum 1. Januar
1946 vollstaendig aufloesen. Die Sportgemeinschaft Friedrichstadt wird
als Nachfolgeorganisation gegruendet. Bei der SG Friedrichstadt wird hauptsaechlich
Fussball, Leichtathletik (unter dem alten DSCer Hans Beger) und Hockey
betrieben. Das Vereinseigentum wird einkassiert.
1. Oktober 1946
In ihrem ersten Nachkriegsspiel besiegen die Hockeyspieler der SG Friedrichstadt
die SG Soebrigen mit 4:1.
9. September 1948
Zuschauerrekord im Stadion im Ostragehege, welches kurz darauf den Namen Heinz
Steyers erhält: 80000 Zuschauer sehen einen Auftritt des sowjetischen
Alexandrow-Ensembles.
14. November 1948
Rueckkehrer "King Richard" Hofmann trifft in seinem ersten Spiel fuer
die SG Friedrichstadt viermal. Endstand: 23:0 im Punktspiel gegen die SG
Lommatzsch (heute Lommatzscher SV 1923), der hoechste Sieg der
Vereinsgeschichte.
31. Dezember 1949
Im Abschiedsspiel des fast 44-jaehrigen Richard Hofmann besiegen die Friedrichstaedter
am Silvesterabend im ersten Flutlichtspiel Deutschlands die
DDR-Nationalmannschaft im Heinz-Steyer-Stadion im Ostragehege mit 2:0.
16. April 1950
Am letzten Spieltag der DS-Liga unterliegt die SG Friedrichstadt (wie immer mit
DSC-Fahne auf dem Trikot) der ZSG Horch Zwickau (heute FSV Zwickau) mit 1:5 vor
ueber 60000 Zuschauern im Heinz-Steyer-Stadion im Ostragehege. Weitere 40000,
die nicht mehr ins Stadion durften, warteten vor den Eingaengen. Obwohl das
Spiel erst um 15:30 Uhr beginnen sollte, war die Arena bereits um sechs Uhr
morgens ueberfuellt. Viele Fans uebernachteten vor dem Stadion, um sich einen
Platz zu sichern. Auch waren gefaelschte Eintrittskarten im Umlauf. Auf dem
Schwarzmarkt kostete ein Ticket 100 DDR-Mark, ein damals unvorstellbar hoher
Preis. Der Schiedsrichter hatte, wie spaeter nachgewiesen wurde, von den
DDR-Funktionaeren den Befehl bekommen, fuer Zwickau zu pfeifen. Aufgrund des
offensichtlichen Betruges fanden nach Spielschluss im Stadion die groessten
Ausschreitungen in der Geschichte der noch jungen DDR statt. Der letzte Deutsche
Meister, ein buergerlicher Verein, haette unter keinen Umstaenden erster
DDR-Meister werden duerfen. Den Friedrichstaedtern blieb nur die
Vizemeisterschaft. Die angekuendigten Medaillen dafuer haben die Spieler bis
heute nicht erhalten. Die Krawalle nehmen die DDR-Politiker zudem als
willkommenen Grund, Stadion und Mannschaft zu sperren. Walter Ulbricht persoenlich
verspricht, "den alten DSC-Geist mit Stumpf und Stil auszurotten". Die
Erinnerung an grosse Zeiten sollte ausgeloescht werden. Mannschaftskapitaen
Helmut Schoen wurde fuer ein Jahr gesperrt.
April 1950
Schon Wochen vor dem Spiel gegen Zwickau hatten sich die meisten Spieler der SG
Friedrichstadt dazu entschlossen, nach West-Berlin zu fluechten und beim
Berliner SC Hertha 1892 zu spielen. Aus Trotz gegen die staatliche Willkuer rueckten
die Spieler noch enger zusammen. Sie besannen sich auf die grossen
Sport-Club-Traditionen, wollten den Namen DSC erhalten und fassten den
Entschluss, gemeinsam im Westen als Mannschaft weiterzumachen. Als Hertha
BSC/DSC Berlin wurde die Saison 1950/51 gespielt. Bei der Flucht der
Mannschaft hatte auch der juedische Kaufmann Ignatz Bubis aus Berlin, ein
DSC-Fan, tatkraeftig mitgeholfen. Man trennte sich, als Hertha die Buchstaben
DSC wieder aus dem Namen strich, obwohl fast nur Dresdner aufliefen. Die Spieler
wechselten nach Heidelberg. Am 30. April 1952 (54. Geburtstag des DSC)
fusionierte man mit der TSG 1878 Heidelberg zum Dresdner SC Heidelberg.
Erst am 28. Juni 1968, als schon lange keine Dresdner mehr in Heidelberg
spielten, fusionierte der DSC Heidelberg mit der Freien Turnerschaft Heidelberg
(gegruendet am 9. Oktober 1902) zum Heidelberger SC 1898, wobei die Jahreszahl
1898 vom DSC übernommen wurde. Die SG Friedrichstadt selbst durfte nicht weiter
existieren. Laut Staatsmacht sollten sich deren Reste der
Betriebssportgemeinschaft der Vereinigten Volkseigenen Betriebe Tabak Dresden
(gegruendet am 1. Juni 1910 als Dresdner SV 1910 durch Zusammenschluss von vier
sogenannten wilden Vereinen aus Striesen, Blasewitz, Tolkewitz und Laubegast, im
Mai 1933 von den Nazis verboten und aufgeloest, am 22. Juni 1945 neugegruendet
als SG Striesen, 1948 bis 1949 ZSG Nagema Dresden, ab 1952 BSG Empor Tabak
Dresden, am 27. Juni 1990 Rueckbenennung in Dresdner SV 1910, dessen Fussballabteilung
sich im Juni 1991 als SG Dresden-Striesen selbststaendig machte) anschliessen.
In die SG Striesen bzw. BSG der VVB Tabak Dresden waren nach 1945 auch Teile des
Dresdner TSV Guts Muts (gegruendet als Dresdner FC Guts Muts im Mai 1902, als
sich die Fussballabteilung des Dresdner TV Guts Muths selbststaendig machte, ab
1920 Dresdner SV Guts Muts, ab 1930 nach Fusion mit dem Dresdner TV Guts Muths
Dresdner TSV Guts Muts, 1945 bis 1949 SG Johannstadt, 1949 bis 1951 BSG KWU
Dresden, 1951 bis 1990 BSG Turbine Dresden, seit 1990 SSV Turbine Dresden)
eingeflossen. Tabak-Vereinsvorsitzender Otto Nagel, ehemaliger Spieler des
Dresdner SV 1910, war aber aus historischen Gruenden gegen die Verpflanzung.
Auch ein Versuch des ehemaligen DSC-Vorsitzenden Alwin Weinhold, die Friedrichstaedter
als Dresdner Sport-Centrum (DSC) unter der Traegerschaft der Deutschen
Reichsbahn spielen zu lassen, wird von den Kommunisten im Keim erstickt. Schließlich
schliessen sich die verbliebenen Spieler der zweiten Mannschaft, die
Nachwuchsspieler und einige Trainer der Sportgruppe Mickten (1901 gegruendet
als FC Bayern Dresden, ab 1903 FC Brandenburg Dresden, 1920 Fusion mit dem FC
Meteor Dresden zum SV Brandenburg 1901 Dresden, 1933 Fusion mit Rasensport
Dresden und Ring-Greiling Dresden, von 1902 bis 1930 Dresdner FC Fussballring,
zu Dresdner Sportfreunde 01, 1945 SG Pieschen, ab 1946 SG Mickten, zudem 1946 Gruendung
der SG Neustadt, ab 1950 BSG Bau Union Sued Dresden, ab 1952 BSG Aufbau
Dresden-Mitte, am 4. Mai 1990 Rueckbenennung in Sportfreunde 01 Dresden, Ende
2001 Fusion mit dem SV Dresden-Nord zu Sportfreunde 01 Dresden-Nord) an. Da der
Aufstieg der SG Mickten in die DDR-Oberliga zu diesem Zeitpunkt noch nicht
abzusehen war und Dresden nach dem Willen der politischen Machthaber einen
Erstligisten haben sollte, wurde im Juni 1950 die SG Deutsche Volkspolizei
Dresden (ab 12. April 1953 SG Dynamo Dresden, seit 1. Juni 1990 1. FC Dynamo
Dresden), die auch die Vereinsanlage des 1945 aufgeloesten Dresdensia SV Dresden
(1898 gegruendet als FC Dresdensia Dresden) uebernahm, ins Leben gerufen. Zu
diesem Zweck wurden im Juli 1950 17 Spieler aus elf Staedten nach Dresden
delegiert.
Die Hockeyabteilung der ehemaligen SG Friedrichstadt schliesst sich am 2. Juni
1950 der BSG Reichsbahn Dresden (gegruendet am 16. November 1948, vor 1945 zunaechst
VfL Reichsbahn Dresden, spaeter Reichsbahn-SG Dresden), die am 17. Juni 1950 in
BSG Lokomotive Dresden (seit 26. Oktober 1990 Eisenbahner SV Dresden) umbenannt
wird, an.
1. Mai 1950
Die SG Mickten, Nachfolgerin der SG Friedrichstadt, fusioniert mit der Fussballabteilung
von Sachsenverlag Dresden zur Betriebssportgemeinschaft Sachsenverlag Dresden.
Spielstaette wird das Stadion an der Eisenberger Strasse, spaeter
Paul-Gruner-Stadion genannt. Die Vereinsfarben sind Schwarz-Weiss.
August 1950
Die BSG Sachsenverlag Dresden muss sich in Betriebssportgemeinschaft Rotation
Dresden (seit 1990 TSV Rotation Dresden) umbenennen.
1951
Die Faustballerinnen der BSG Rotation werden DDR-Meister.
21. November 1954
Gruendung des Sportclub Einheit Dresden im Moritzburger "Gasthof
Adam". Neue Heimstaette wird das Rudolf-Harbig-Stadion. Die Vereinsfarben
sind Rot-Weiss. Die Oberliga-Fussballer bestreiten ihr Auswaertsspiel beim ZSK
Vorwaerts KVP Berlin (heute Frankfurter FC Viktoria) an diesem Tag bereits in
Trikots mit der Aufschrift "SC Einheit Dresden".
Dezember 1954
Die Abteilungen des SC Einheit Dresden formieren sich: Teile der Fussballabteilung
(1. und 2. Mannschaft sowie der Leistungsbereich der Junioren) der BSG Rotation
Dresden treten dem SC Einheit als Fussballabteilung bei. Die
Tischtennisspielerinnen wechselten von der BSG Einheit Ring Dresden, die
Handballerinnen von der BSG Einheit Sued Dresden zum SC Einheit. Die Fechter
kamen von der BSG Motor Dresden-Ost. Weitere Sportarten: Kegeln, Leichtathletik
und Rudern.
Februar 1955
Gruendung der Abteilung Turnen.
1. Maerz 1955
Die Abteilung Schwimmen (inklusive Wasserball und Wasserspringen) wird gegruendet.
Ende April 1955
Gruendung der Abteilung Schach.
3. November 1956
Die Sporthalle am Emerich-Ambros-Ufer wird eingeweiht.
1957
Rueckkehr in das Ostragehege. Die Fussballer spielen aber von 1970 bis 1990 bis
auf wenige Ausnahmen meistens an der Pieschener Allee 21 und nicht im
Heinz-Steyer-Stadion.
Erstmals werden die Schachspieler des SC Einheit DDR-Meister. 1958 und 1962
folgen weitere Titel. Die Schachspielerinnen gewinnen 1990 die letzte
DDR-Meisterschaft.
1958
Die Kegler des SC Einheit werden erstmals DDR-Mannschaftsmeister (auf Asphalt).
Auch 1966 holt man die Meisterschaft nach Dresden.
14. Dezember 1958
Durch ein 2:1 nach Verlaengerung gegen den SC Lokomotive Leipzig (heute FC
Sachsen Leipzig) wird der SC Einheit Dresden im Cottbusser Max-Reimann-Stadion
DDR-Pokalsieger.
1959
Die Abteilung Gewichtheben wird gegruendet.
Die Tischtennisspielerinnen des SC Einheit werden zum ersten Mal
DDR-Mannschaftsmeister. Bis 1963 gibt es fuenf Titel in Folge.
Februar 1960
Die Kanuabteilung wird gegruendet.
1. Juli 1960
Die Eishockeyabteilung der HSG Wissenschaft TH Dresden (1906 gegruendet als
Akademischer SC Dresden, Eishockeyabteilung seit 1909, spaeter Blau-Weiss
Dresden, nach dem Krieg bei der SG Striesen, ab 1950 BSG KWU Dresden, bis 1954
BSG Einheit Sued Dresden) wechselt zum SC Einheit.
Dezember 1960
Eroeffnung des Dresdner Freiluft-Kunsteisstadions an der Magdeburger Strasse im
Ostragehege.
1961
Gruendung der Abteilung Bergsteigen.
Fruehjahr 1962
Die Eiskunstlaeufer der BSG Post Dresden wechseln zum SC Einheit.
April 1964
Die Sprunghalle am Freiberger Platz wird feierlich eroeffnet.
1964
Die Kanuten des SC Einheit werden erstmals DDR-Mannschaftsmeister im
Kajak-Vierer ueber 1000 Meter. Als Dresdner SC gewinnt man 1990 nochmals die
Meisterschaft, die letzte in der DDR.
Dezember 1965
Die Herausloesung der Abteilung Fussball aus dem SC Einheit wird beschlossen.
6. Januar 1966
Die Fussballabteilung des SC Einheit Dresden macht sich als Fussballspielvereinigung
Lokomotive Dresden selbstaendig. Das westliche buergerliche Kuerzel FSV
wird dem Verein dabei erst nach laengerem Hin und Her zugestanden. Vereinsfarben
des von der Deutschen Reichsbahn unterstuetzten Vereins werden wieder Rot und
Schwarz. Im Gegensatz zu anderen DDR-Staedten kam es nicht zur Bildung eines Fussballclubs.
Die DDR-Fuehrung hatte Angst, ein "1. FC Dresden", gegruendet als
Fusion der Fußballer von SC Einheit und SG Dynamo, koennte mit dem von ihnen
verhassten Dresdner SC in Verbindung gebracht werden. Die Fusionsplaene wandern
in die Schublade.
31. Maerz 1966
Die Schachabteilung des SC Einheit muss sich aufloesen. Die DDR-Sportfuehrung
wollte, dass beim SC Einheit nur noch olympische Sportarten als Leistungszentrum
gefoerdert werden. Man schliesst sich der BSG Post Dresden (ab 1. August 1990
Post SV Dresden) an.
5. August 1968
Auf Anordnung der DDR-Sportfuehrung wird die SG Dynamo Dresden zum Fussballeistungszentrum
des Bezirkes Dresden erklaert. Dadurch ist die FSV Lokomotive Dresden jetzt auch
offiziell dazu verpflichtet, saemtliche Talente an die SG Dynamo Dresden abzufuehren.
Der endgueltige Sturz des DSC-Nachfolgers in die sportliche Bedeutungslosigkeit
ist fortan nicht mehr aufzuhalten.
1970
Gruendung der Abteilung Eisschnelllauf. Die Eishockeyabteilung muss sich
hingegen aufloesen. Die DDR-Sportfuehrung beschloss, die Sportart Eishockey, da
sie keine Medaillen bei Olympischen Spielen garantierte, nicht mehr zu foerdern.
Seltsamerweise waren zwei Vereine, die Dynamo-Clubs in Berlin und Weisswasser,
nicht von dieser Massnahme betroffen. Berlin und Weisswasser spielten die
DDR-Meisterschaft fortan unter sich aus. Dank der Initiative von zahlreichen
Spielern und Fans jedoch blieb das Eishockey in Dresden auf Freizeitniveau
erhalten, denn nach langer Suche durfte man sich der BSG Verkehrsbetriebe
Dresden (ab 1984 BSG Kraftverkehr Dresden) als Eishockeyabteilung anschließen.
Die Gewichtheber des SC Einheit werden DDR-Mannschaftsmeister.
1972
Die Eishalle an der Pieschener Allee im Ostragehege wird mit einem
internationalen Schaulauf eroeffnet.
Die Leichtathletik-Frauen des SC Einheit werden DDR-Meister ueber 4 x 100 Meter
und DDR-Hallenmeister in der Vierer-Runden-Staffel. 1980 gewinnen sie nochmals
den Titel ueber 4 x 100 Meter.
1973
Die Fechter des SC Einheit werden erstmals DDR-Mannschaftsmeister im Florett und
Degen. Weitere Florett-Titel folgen 1974, 1975, 1976, 1977 und 1979. Als
Dresdner SC gewinnt man 1995 den Deutschland-Pokal im Florett. Bereits 1952
wurde Einheit-Vorgänger BSG Motor Dresden-Ost DDR-Frauen-Mannschaftsmeister im
Florett.
1988
Der SC Einheit muss sich wie alle DDR-Sportclubs in einen eigenstaendigen
Sportclub fuer Wintersportarten (Eiskunstlauf und Eisschnelllauf) und einen fuer
Sommersportarten aufteilen. Nach der politischen Wende wird 1990 schliesslich
der Eissportclub Dresden gegruendet, dessen Eiskunstlaufabteilung sich am 18.
Januar 1999 als Dresdner Eislauf-Club selbststaendig machte. In den neuen ESC
Dresden wechselten im April 1990 auch die Eishockeyspieler der BSG Kraftverkehr
Dresden, der ehemaligen Eishockeyabteilung des SC Einheit. Die
1c-Eishockeymannschaft verlaesst 1997 den ESC Dresden und gruendet mit dem EHV
Dresden Devils einen eigenen Verein. 1999 gruendet der ESC Dresden die
Profi-Eishockeymannschaft Dresdner Eisloewen. Fuer die Eishockey-Junioren gruendet
der ESC Dresden im Januar 2001 den EHC Neue Eisloewen Dresden. Zudem werden im
Jahr 2002 die Dresdner Ice Pilots gegruendet, die auf einen Fanclub der Dresdner
Eisloewen zurueckgingen. Am 6. April 2001 macht sich der Eisschnelllaufbereich
des ESC Dresden mit seinen zwei Abteilungen Eisschnelllauf und Short Track als
Eislauf-Verein Dresden selbststaendig.
19. April 1990
Nach der politischen Wende erfolgt die Umbenennung des SC Einheit Dresden in Dresdner
Sportclub 1898. Die DSC-Fahne und die Vereinsfarben Schwarz-Rot erleben ihr
schon nicht mehr fuer moeglich gehaltenes Comeback. Die zehn Abteilungen des
neuen DSC: Fechten (mit Taekwon-Do), Fussball, Gewichtheben (mit Fitnesssport),
Kanu, Leichtathletik, Radsport, Schwimmen (mit Wasserball), Turnen, Volleyball
und Wasserspringen. Aus der ehemaligen Abteilung Rudern des SC Einheit wird
wieder der Dresdner Ruder-Club 1902.
7. Juni 1990
Nach der Eintragung in das Vereinsregister erhaelt der Dresdner SC 1898 das Kuerzel
e. V.
1. Juli 1990
Die FSV Lokomotive Dresden tritt dem Dresdner SC 1898 als Fussballabteilung bei.
1. April 1991
Die Abteilungen Fechten und Schwimmen des Eisenbahner SV Dresden schliessen sich
den jeweiligen DSC-Abteilungen an.
1991
Die Fussballerinnen des SV Motor TuR Dresden-Uebigau (bis 1990 BSG Motor TuR
Dresden-Uebigau) wechseln zum DSC. Schon seit Mitte des Jahres 1968 wurde im
Ostragehege Frauenfussball gespielt. Als erste Frauenfussballmannschaft in ganz
Deutschland wurde 1968 ein Team bei der BSG Empor Dresden-Mitte gegruendet. Die
BSG Empor Dresden-Mitte schloss sich 1981 der BSG Motor TuR Dresden-Uebigau an,
deren Frauenmannschaft 1972 gegruendet wurde. Die groessten Erfolge waren 1987
der Aufstieg in die DDR-Frauen-Oberliga und 1991 die Meisterschaft in der
Frauen-Landesliga Sachsen sowie die Teilnahme am DFB-Frauen-Pokal.
1. Juli 1994
Eine Satzungsaenderung auf einer Mitgliederversammlung des Dresdner SC 1898 im
April 1994 machte es moeglich: Zum 1. Juli 1994 kehrt die Schachabteilung des
Post SV Dresden nach 28 Jahren wieder als Schachabteilung zum Dresdner SC 1898
zurueck.
1994
Die Schachspielerinnen werden Deutscher Pokalsieger. Deutsche Meistertitel
folgen 1995, 2000 und 2002. Bereits 1991 wurden die U-13-Schach-Junioren
Deutscher Meister.
November 1998
Die Fechtabteilung macht sich als Dresdner Fecht-Club selbststaendig. Der
Austritt wird aber erst bei einer turnusgemaessen DSC-Mitgliederversammlung am
Anfang des Jahres 1999 rechtswirksam.
2. Dezember 1998
Aus wirtschaftlichen Gruenden erfolgt die Gruendung des Dresdner Sportclub Fussball
98.
17. Dezember 1998
Die Fussballabteilung des Dresdner SC 1898 macht sich selbststaendig und tritt
dem Dresdner SC Fussball 98 bei, spielt aber weiterhin unter der Bezeichnung
Dresdner SC 1898.
21. Dezember 1998
Ausserordentliche Mitgliederversammlung des Dresdner SC 1898: Die Kanuabteilung
des DSC, die kurzfristig ihren Austritt aus dem Verein beantragte, wird aus dem
DSC entlassen. 135 der 137 anwesenden stimmberechtigten Vereinsmitglieder (eine
Gegenstimme, eine Enthaltung) stimmten dafuer. Aus der DSC-Kanuabteilung wird
der Kanu-Club Dresden. Fuer die Selbststaendigkeit der Abteilung Fussball
stimmten 119 der 137 anwesenden stimmberechtigten Vereinsmitglieder (zehn
Gegenstimmen, acht Enthaltungen).
12. Januar 1999
Nach der Eintragung in das Vereinsregister erhaelt der Dresdner SC Fussball 98
das Kuerzel e. V.
1. Februar 1999
Der Spielbetrieb der DSC-Fussballmannschaften findet ab sofort unter dem Namen
Dresdner SC Fussball 98 e. V. statt.
1999
Die DSC-Volleyballerinnen werden erstmals Deutscher Meister und Pokalsieger.
2002 folgt ein weiterer Pokalsieg sowie der Supercupsieg.
13. August 2002
Jahrhunderthochwasser in Dresden: Die Flutwelle des Flusses Weisseritz verwuestet
das Ostragehege. Die Sportanlagen sind fast ein Jahr lang unbenutzbar, die
Aktiven muessen auf andere Sportanlagen in Dresden und Umland ausweichen